Triphala - Aller guten Dinge sind drei

24.07.2020 14:00
 

 

Nach diesem Motto haben wohl auch die alten vedischen Heilkünstler des Ayurvedas über den drei Powerfrüchten des Triphala gebrütet und diese vereint. Die meisten erinnern sich bestimmt auf Anhieb an ein Märchen, in dem von drei Wünschen oder drei Aufgaben die Rede ist. So nimmt die Zahl 3 seit jeher in vielen Kulturen und Religionen eine besondere Stellung ein und gilt als Zeichen für etwas Ganzes, Vollkommenes – etwas dem nichts mehr hinzugefügt werden muss. Im Ayurveda steht die Drei für das Gleichgewicht der Dinge und findet in der Theorie des Tridosha eine zentrale Bedeutung. Die genaue Bedeutung dieser Doshas haben wir bereits in unserm Blog zum Ayurveda erklärt.

 

Drei Beeren vereint für ein langes Leben

 

Die Bezeichnung Triphala entstammt dem Sanskrit (Alt-Indisch) und steht für „Drei-Frucht“ (tri = drei / phala = Frucht). Dabei handelt es sich um die drei Beeren Bibhitaki, Amalaki und Haritaki. Diese abenteuerlich klingenden Beeren entstammen Bäumen aus der Familie der Myrobalanen, welche bereits in der Antike medizinisch genutzt wurden und noch heute für ihren hohen Gehalt an bioaktiven Substanzen geschätzt werden.

 

Die im Triphala verwendeten Beeren haben es in sich: So steht Bibhitaki in etwa für „was Krankheit von dir fernhält“. Die Amalaki Beere entstammt dem Amla Baum, der in Indien und Sri-Lanka als Heiligtum verehrt wird. Der Beere wird „ewige Jugend und Schönheit“ nachgesagt. Die Früchte des Haritaki Baums werden auch als „Königin der Naturheilmittel“ übersetzt und von Charaka (Indischer Arzt und Autor der Charaka Samhita - Kernstück der traditionellen Literatur des Ayurveda [1]) als „so heilsam und nährend wie die Muttermilch“ beschrieben.

 

Diese Beschreibungen lassen bereits vermuten, dass jede Beere allein schon eine besondere Rolle spielt. In der Mischung aber ergibt sich ein Präparat, das zu den potentesten und populärsten Rasayanas in der ayurvedischen Medizin zählt. Rasayana ist ein Sanskrit-Begriff und bedeutet frei übersetzt so viel wie „verjüngen“ oder „erneuern“. Darunter sind aber keine klassischen Anti­Aging Versprechen zu verstehen (weder verschwinden dadurch alle Falten, noch sieht man sofort 20 Jahre jünger aus), sondern meint vielmehr Krankheiten zu vermeiden bzw. diesen vorzubeugen bevor sie entstehen und so Körper und Geist ein Leben lang gesund zu halten. Das ist der zentrale Leitsatz des Ayurvedas. [2]

 

 

Ein Tausendsassa – nicht nur des Ayurvedas

 

Die ayurvedische Medizin nutzt Triphala häufig als zentrale Säule für Therapien, die vor allem den Magen und Darm betreffen. Durch die Komplexität der drei Powerbeeren eignet sich Triphala allerdings für eine große Vielzahl von Anwendungen. Und genau hier treffen sich Ayurveda und die westlich geprägte Medizin. Das Interesse der modernen Wissenschaft zeigt die Vielzahl an Studien, die sich mit der Wirkung der drei verwendeten Beeren oder mit der Kombination als Triphala-Formulierung beschäftigt haben. Das Wissen, welches im Ayurveda über Jahrtausende erworben und weitergetragen wurde, konnte in wissenschaftlichen Studien teilweise eindrucksvoll nachgewiesen werden. Der positive Effekt auf den Magen-Darm-Trakt wurde beispielsweise mit den stark antioxidativen Eigenschaften und hohem Gehalt an Flavonoiden in Verbindung gebracht. [4] Ähnliches gilt für die entzündungshemmenden Eigenschaften, Stärkung des Immunsystems und die Wirkung als Anti-Aging-Mittel von Triphala. [5,6] Interessant ist auch der positive Effekt auf die menschliche Darmflora. Die in Triphala enthaltenen Stoffe (Quercetin, Gallussäure, Polyphenole) fördern das Wachstum von probiotischen Darmbakterien und hemmen das der unerwünschten Keime wie E.Coli signifikant. [7] Die Vielzahl von Wirkungen und Eigenschaften dieser 3 Powerfrüchte wird von der Wissenschaft nur langsam entwirrt und verstanden. Viele Eigenschaften sind noch zu komplex, um diese sicher zu beschreiben. Sicher ist jedoch, dass der im Ayurveda bereits überlieferte Nutzen von Triphala immer besser verstanden und erklärbar wird. 

 

Starker Rhythmus und Routine

 

Eine große Besonderheit ist, dass Triphala für nahezu alle Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Konstitution oder Dosha-Ausprägung – geeignet und empfohlen ist. So kann es ein Leben lang eingenommen werden und in den täglichen Rhythmus aufgenommen werden. In der ayurvedischen Praxis wird die Einnahme von Triphala vor allem am Abend als günstig angesehen, denn der Körper führt entgiftende und regenerierende Prozesse besonders in der Nacht durch und die Wirkung von Triphala entfaltet sich daher dann am stärksten.

 

Es gibt verschiedene Triphala Produkte in Form von Pulver, Kräutermischungen oder Tee. Relativ neu (aber sehr praktisch) ist die Form als Tabletten oder Kapseln. Wichtig ist immer darauf zu achten, dass ein Möglichst naturbelassenes und schonend verarbeitetes Triphala-verwendet wird – idealerweise in BIO Qualität – und natürlich keiner Zusatzstoffe eingesetzt werden.

 

Quellen

 

[1] Sena S.: Ayurveda–Lehrbuch; Kompendium des Ayurveda-Klassikers Charaka-Samhita. Vasati Verlag (2005)

[2] Bhishagratna K., An English Translation of the Sushruta Samhita, Based on Original Sanskrit Text, with a Full and Comprehensive Introd., Varanasi, India: Chowkhamba Sanskrit Series Office (1963)

[3] Lloyd GER. (ed). Hippocratic Writings, new ed. Chadwick J. Penguin, (1978)

[4] Rayudu V, Raju AB. Effect of Triphala on dextran sulphate sodium-induced colitis in rats. (2014)

[5] Baskaran UL et al., Protective role of Triphala, an Indian traditional herbal formulation, against the nephrotoxic effects of bromobenzene in Wistar albino rats. J Integr Med (2015)

[6] Varma SR, et al., Protective effects of triphala on dermal fibroblasts and human keratinocytes. PLoS One (2016)

[7] Yadav S et al., Effect of supplementation of micronutrients and phytochemicals to fructooligosaccharides on growth response of probiotics and E. coli. Biofactors (2011)



 

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