Kaum ein Zusatzstoff wird so kontrovers diskutiert wie Magnesiumstearat. In diesem Artikel klären wir, was Magnesiumstearat eigentlich ist, woher es stammt, ob es gesundheitlich bedenklich ist – und warum wir bei Vegavero nach und nach darauf verzichten.
Das Wichtigste in Kürze
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Magnesiumstearat (E470b) ist ein weit verbreitetes Trennmittel, das die Herstellung von Kapseln und Tabletten erleichtert – es ist kein Magnesiumpräparat.
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Es wird durch Verseifung von Fetten gewonnen; häufige Quellen sind Palmöl und Baumwollsaatöl, daneben auch Soja oder Raps. Vegane wie tierische Varianten sind möglich.
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In den kleinen Mengen, die in Nahrungsergänzungen üblich sind, gilt Magnesiumstearat als unbedenklich – einen ernährungsphysiologischen Nutzen hat es jedoch nicht.
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Bei Vegavero ersetzen wir es nach und nach durch natürliche Alternativen – aus Überzeugung, nicht weil der Stoff in diesen Mengen als schädlich gilt.
Was ist Magnesiumstearat?
Magnesiumstearat ist eine chemische Verbindung aus Magnesium und Stearinsäure – ein sogenanntes Stearat. Magnesiumstearat ist eine Art Magnesiumsalz der Stearinsäure, das bei Raumtemperatur ein weißes, geruchloses und wasserunlösliches Pulver ist. Stearinsäure ist eine gesättigte Fettsäure, die in vielen Lebensmitteln vorkommt, darunter tierische und pflanzliche Fette und Öle. Kakao und Leinsamen zum Beispiel sind Lebensmittel, die bedeutende Mengen an Stearinsäure enthalten.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Substanz nicht als Magnesiumpräparat betrachtet werden sollte, da sie nur einen sehr kleinen Prozentsatz des Minerals enthält. Auf dem Etikett kann ihre Anwesenheit als „Magnesiumstearat", „Magnesiumsalze von Fettsäuren“ (auch Magnesiumsalze von Speisefettsäuren) oder unter dem Akronym E470b angegeben sein – diese Bezeichnungen meinen alle denselben Stoff.
Nicht verwechseln: Mehr über den Mineralstoff Magnesium selbst erfährst du auf unserer Magesium-Wirkstoffseite. Magnesiumstearat ist davon klar zu unterscheiden.
Wofür wird Magnesiumstearat verwendet?
Es wird häufig in der Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelindustrie als Rieselhilfe, Emulgator und Schmiermittel verwendet. Es beschleunigt den Produktionsprozess, indem es verhindert, dass Zutaten an den mechanischen Geräten haften bleiben, und erleichtert sowie verbessert die Pulververarbeitung. Neben der Beschleunigung der Produktion verleiht Magnesiumstearat Kapseln und Tabletten mehr Konsistenz, wodurch sie leichter zu schlucken sind und sich besser durch den Magen-Darm-Trakt bewegen.
Fachlich gehört Magnesiumstearat zu den Trennmitteln, auch Fließhilfsmittel genannt: Es verbessert die Rieselfähigkeit von Pulvern, indem es die Oberfläche der einzelnen Partikel ummantelt – ähnlich wie beim Pudern. So lässt sich Pulver in der Verarbeitung gleichmäßig dosieren. Man findet es nicht nur in Nahrungsergänzungen und Arzneimitteln, sondern auch in Lebensmitteln wie Backwaren, Süßigkeiten und Kaugummi – und als Rieselhilfe ist Magnesiumstearat ebenso in der Kosmetikindustrie verbreitet.
Zusatzstoffe erfüllen dabei ganz unterschiedliche Aufgaben: Manche dienen als Füllmittel oder Trägersubstanz, andere als Farbstoff, Feuchthaltemittel oder Schaummittel. Magnesiumstearat dagegen ist ein reines Trennmittel und hat – anders als ein Füllstoff – keinen ernährungsphysiologischen Nutzen für den Menschen.
Magnesiumstearat: Herkunft & Nachhaltigkeit: vegan, tierisch oder aus Palmöl?
Eine Frage, die viele Kunden stellen: Ist Magnesiumstearat vegan? Die Antwort hängt von der Herkunft ab. Magnesiumstearat wird durch Verseifung von Fetten hergestellt – die enthaltene Stearinsäure kann dabei aus pflanzlichen oder tierischen Quellen stammen. Häufige Quellen sind Palmöl und Baumwollsaatöl, daneben auch Soja-, Raps- oder Maiskeimöl. Es gibt also vegane und tierische Varianten; in Nahrungsergänzungen wird heute überwiegend veganes Magnesiumstearat eingesetzt. Wer auf rein vegane Herstellung Wert legt, sollte beim Hersteller gezielt nachfragen.
Ein weiteres Anliegen ist die mögliche Kontamination von Magnesiumstearat, das oft aus Baumwollsamenöl gewonnen wird und Pestizide enthalten oder von gentechnisch veränderten Organismen stammen kann. Dennoch wird diese Substanz vor der Verwendung als Zutat in Lebensmitteln, Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln durch einen intensiven Raffinierungsprozess stark gereinigt. Außerdem ist die endgültige molekulare Form von Magnesiumstearat identisch, egal ob sie von einer gentechnisch veränderten Baumwollpflanze oder einer nicht gentechnisch veränderten Pflanze stammt.
Welche Gesundheitsrisiken birgt Magnesiumstearat?
Die FDA (Food and Drug Administration) in den Vereinigten Staaten hat die Verwendung von Magnesiumstearat als Zusatzstoff in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen. Dieser Hilfsstoff ist auch in der Liste der in Italien zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe gemäß den Richtlinien der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 enthalten.¹ In ihrer Datenbank stuft Altroconsumo (eine Verbraucherorganisation) die Verwendung dieses Zusatzstoffs in bestimmten spezifischen Fällen als „akzeptabel" ein und gibt an, dass nach unserem Kenntnisstand keine Auswirkungen auf den Organismus damit verbunden sind (weder vorteilhaft noch schädlich).
Laut dem Nationalen Zentrum für Biotechnologie-Informationen wird es allgemein als sichere Substanz anerkannt, wenn es in Mengen von weniger als 2.500 Milligramm (mg) pro Kilogramm pro Tag konsumiert wird. Das bedeutet zum Beispiel, dass ein erwachsener Mann mit einem Gewicht von 85 kg bis zu 212.500 mg pro Tag einnehmen könnte, was etwa 283.750 mg Kapseln pro Tag entspricht. Es scheint daher keine Nebenwirkungen oder schädlichen Folgen zu haben, wenn es in kleinen Mengen eingenommen wird, wie sie von Kapsel- und Arzneimittelherstellern verwendet werden.
Andere Quellen nennen als gut dokumentierten Richtwert eine Aufnahme von 2,5 g Magnesiumstearat pro Tag, die von der FDA als unbedenklich eingestuft wird – ein Wert, der über die in Kapseln üblichen Mengen (oft unter einem Prozent des Produkts) bei Weitem nicht erreicht wird.
Magnesiumstearat – wahr oder falsch?
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Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse stützen die Annahme nicht, dass Magnesiumstearat die Funktionen von T-Lymphozyten unterdrücken kann, die hochspezialisierte Zellen sind, die intrazelluläre Krankheitserreger wie Viren und einige Bakterien bekämpfen. Dieser Glaube basiert auf einer Studie von 1990, die an einer einzelnen Maus durchgeführt wurde. Als die T-Zellen der Maus mit Stearinsäure (nicht Magnesiumstearat) inkubiert wurden, kollabierte die Zellmembran und die T-Zellen verloren alle Funktionen. Dieses Experiment kann jedoch bei Menschen nicht repliziert werden, da die T-Zellen von Mäusen ein spezifisches Enzym (Stearoil-CoA-9-Desaturase) nicht besitzen, das beim Menschen vorhanden ist und Stearinsäure in Ölsäure umwandeln kann, wodurch die angebliche Toxizität dieser Substanz aufgehoben wird.
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Auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse stützen die Annahme nicht, dass Magnesiumstearat die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen könnte, den Inhalt von Arzneikapseln aufzunehmen. Bisher durchgeführte Studien zu dieser Substanz zeigen, dass die Aufnahme der Wirkstoffe verlangsamt, aber nicht beeinträchtigt werden könnte. Eine Studie aus dem Jahr 2007 zeigte zum Beispiel eine langsamere Auflösung von Tabletten mit Magnesiumstearat – die Aufnahme der Wirkstoffe wurde dadurch verzögert, nicht verhindert.
Insgesamt ist die Studienlage zu möglichen Nebenwirkungen dünn. Zu Allergien gegen Magnesiumstearat existiert bislang lediglich ein einzelner Einzelfallbericht; ein allgemeines Allergierisiko lässt sich daraus nicht ableiten.
Warum verwenden Hersteller den Zusatzstoff Magnesiumstearat – und geht es auch ohne?
Warum greifen so viele Hersteller überhaupt zu Magnesiumstearat? Vor allem, weil es die Herstellung effizienter macht: Es beschleunigt die Produktion, verhindert Verkleben und sorgt für eine gleichmäßige Verarbeitung. Für die Industrie ist das eine spürbare Verbesserung im Ablauf – ein Vorteil für die Produktion, nicht für den Konsumenten.
Trotz der Sicherheit dieses Zusatzstoffs in kleinen Mengen sollte man sich bewusst sein, dass Magnesiumstearat keine natürliche Substanz ist. Unsere Philosophie besteht neben der Garantie hochwertiger Produkte darin, Nahrungsergänzungsmittel so natürlich wie möglich herzustellen und den Einsatz künstlicher Zusatzstoffe zu vermeiden. Deshalb eliminieren wir nach und nach Magnesiumstearat aus unseren Produkten und ersetzen es durch andere natürliche Zusatzstoffe, die zusammen die Funktion des Hilfsstoffs nachahmen. Diese natürlichen Zusatzstoffe werden natürlich nur dann hinzugefügt, wenn sie benötigt werden.
Die natürlichen Alternativen von Magnesiumstearat, die wir verwenden
Reiskleieextrakt (EBR) und Sonnenblumenöl.
Sie werden als Stabilisatoren in einigen Nahrungsergänzungsmitteln verwendet, wenn es notwendig ist, die Bindefähigkeit der Inhaltsstoffe zu erhöhen. Außerdem ist es möglich, eine Bio-Version dieser natürlichen Zusatzstoffe zu erhalten, die daher auch in unseren Bio-Supplements verwendet werden kann.
Vor der Verwendung des Reiskleieextrakts nutzten wir mikrokristalline Cellulose (E 460i), eine Cellulose pflanzlichen Ursprungs mit stabilisierenden und gelbildenden Eigenschaften. Ein hoher Konsum dieses Zusatzstoffs, der im Darm nicht absorbiert wird, kann jedoch die Häufigkeit und das Volumen der Darmbewegungen erhöhen; außerdem die Anzahl der Darmverluste steigern und Meteorismus oder Durchfall verursachen. Aus diesem Grund ist er in Australien verboten. Zudem hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine gesundheitsbezogenen Angaben zur Wirksamkeit dieses Stoffes genehmigt.
Gummi arabicum oder Akaziengummi (E414).
Es wird auch als Bindemittel verwendet. Gemäß den Vorschriften des Gesundheitsministeriums gibt es keine Beschränkungen für die maximal verwendbare Menge.
Hydroxypropylmethylcellulose (E 464).
Als Überzugsmittel, also als Verpackungsmaterial für unsere Kapseln, verwenden wir Hydroxypropylmethylcellulose (E 464), die aufgrund ihrer stabilisierenden und verdickenden Eigenschaften häufig als Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt wird. Dieser Hilfsstoff ist ein Cellulosederivat und wird direkt aus natürlichen Pflanzenfasern gewonnen.
Woran erkenne ich, ob ein Supplement von guter Qualität ist?
Wenn es so natürlich wie möglich ist und daher keine künstlichen oder unnötigen Zusatzstoffe enthält. Wir empfehlen, die Etiketten immer sorgfältig zu lesen. Tatsächlich sind Unternehmen weiterhin verpflichtet, alle enthaltenen Zutaten anzugeben; Hilfsstoffe können nicht von der Liste ausgeschlossen werden. Wenn die Etiketten nicht klar sichtbar und lesbar sind, besonders im Internet, oder wenn die Zutatenliste fehlt, sollte man dies als fragwürdig betrachten.
Achten Sie außerdem darauf, ob Hersteller hochwertige Rohstoffe verwenden, die von unabhängigen Drittanbieter-Laboren zertifiziert und regelmäßig getestet werden, um zu überprüfen, dass die Kontaminationswerte den Standards entsprechen – und ob das Produkt den Industriestandards für garantierte Qualität entspricht, einschließlich ISO 9001, ISO 17025 und den Guten Herstellungspraxen (GMP).
Fazit zum Thema Magnesiumstearat
Magnesiumstearat hat einen schlechteren Ruf, als die Datenlage hergibt: In den kleinen Mengen, die in Kapseln üblich sind, gilt es als unbedenklich. Einen ernährungsphysiologischen Nutzen bringt es aber nicht – es ist ein reines Hilfsmittel der Produktion. Wer Wert auf möglichst reine Produkte legt, achtet auf die Zutatenliste und greift zu Nahrungsergänzungen ohne unnötige Zusatzstoffe. Genau diesen Weg gehen wir bei Vegavero, Schritt für Schritt.
Häufig gestellte Fragen zu Magnesiumstearat
Ist Magnesiumstearat schädlich?
In den kleinen Mengen, die in Nahrungsergänzungen und Arzneimitteln üblich sind, gilt Magnesiumstearat von Behörden wie der FDA als unbedenklich. Ein nachgewiesenes Gesundheitsrisiko in diesen Mengen gibt es nach aktueller Datenlage nicht.
Ist Magnesiumstearat vegan?
Das hängt von der Herkunft ab: Die Stearinsäure kann pflanzlich (z. B. aus Palmöl, Soja oder Raps) oder tierisch gewonnen werden. In Nahrungsergänzungen ist sie heute meist vegan – im Zweifel beim Hersteller nachfragen.
Ist Magnesiumstearat dasselbe wie Magnesium?
Nein. Magnesiumstearat ist ein Trennmittel und enthält nur einen sehr kleinen Anteil Magnesium. Es ist kein Magnesiumpräparat und liefert keinen relevanten Beitrag zur Magnesiumversorgung.
Beeinträchtigt Magnesiumstearat die Nährstoffaufnahme?
Dafür gibt es keine belastbaren Belege. Studien deuten darauf hin, dass sich die Auflösung von Tabletten verlangsamen kann – die Aufnahme der Wirkstoffe wird dadurch verzögert, nicht verhindert.
Wie erkenne ich Produkte ohne Magnesiumstearat?
Ein Blick auf die Zutatenliste genügt: Zusatzstoffe sind deklarationspflichtig. Achten Sie auf Begriffe wie „Magnesiumstearat", „Magnesiumsalze von Speisefettsäuren" oder „E470b" – und auf Hersteller, die auf natürliche Alternativen setzen.
Quelle
¹ Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff: Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe.
Dieser Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsberaterische Beratung.


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