Das Wichtigste in Kürze

  • Ein ausgeprägter Magnesiummangel ist bei stoffwechselgesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung relativ selten.
  • Mögliche erste Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und allgemeine Schwäche.
  • Im weiteren Verlauf können Taubheitsgefühle, Kribbeln, Muskelzuckungen und Muskelkrämpfe auftreten.
  • Bei einem starken Mangel sind auch neurologische Veränderungen, Krampfanfälle oder Herzrhythmusstörungen möglich.
  • Wadenkrämpfe, Schlafstörungen oder Müdigkeit allein beweisen keinen Magnesiummangel.
  • Rund 99 % des Magnesiums liegen innerhalb der Zellen – ein einzelner Serumwert bildet den gesamten Status deshalb nur eingeschränkt ab.
  • Ein Magnesiumverlust kann u. a. durch Magen-Darm-Erkrankungen, Erbrechen, Durchfälle, Nierenerkrankungen oder bestimmte Medikamente entstehen.
  • Die Behandlung eines festgestellten Mangels richtet sich nach Ursache und Ausprägung und gehört – besonders bei schwerem Mangel – in medizinische Hände.

Mögliche Magnesiummangel-Symptome sind unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben. Bei stoffwechselgesunden Menschen mit einer ausgewogenen Ernährung ist ein ausgeprägter Magnesiummangel zudem relativ selten. Er kann jedoch beispielsweise entstehen, wenn Magnesium im Darm schlechter aufgenommen, langfristig zu wenig über die Nahrung zugeführt oder verstärkt ausgeschieden wird.1,2

Was ist ein Magnesiummangel?

Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, den der Körper über die Nahrung aufnehmen muss. Der Körper eines Erwachsenen enthält insgesamt etwa 25 Gramm Magnesium. Rund 99 % befinden sich innerhalb der Zellen – hauptsächlich in Knochen, Muskeln und anderem Weichteilgewebe. Lediglich etwa 1 % liegt in der extrazellulären Flüssigkeit vor.1

Ein Teil des Magnesiums ist damit gewissermaßen in den verschiedenen Geweben des Körpers gebunden. Vereinfacht wird in diesem Zusammenhang manchmal vom Magnesiumspeicher des Körpers gesprochen. Dieser lässt sich jedoch nicht einfach anhand eines einzelnen Blutwerts bestimmen.

Im medizinischen Zusammenhang wird außerdem der Begriff Hypomagnesiämie verwendet. Damit ist eine zu niedrige Magnesiumkonzentration im Blut gemeint. Ein niedriger Magnesiumspiegel und der gesamte Magnesiumstatus des Körpers sind jedoch nicht vollständig gleichzusetzen.

Der Magnesiumhaushalt wird über verschiedene Prozesse reguliert – etwa die Aufnahme im Darm, die Mobilisierung aus dem Knochen und die Ausscheidung über die Nieren.1

Wie häufig ist ein Magnesiummangel?

Zur Häufigkeit kursieren sehr unterschiedliche Zahlen. Eine pauschale Aussage wie „15 bis 20 % der Bevölkerung haben Magnesiummangel“ ist deshalb problematisch. Eine ältere deutsche Untersuchung von Schimatschek und Rempis untersuchte rund 16.000 Personen. Bei Verwendung eines Serumgrenzwerts von unter 0,76 mmol/l hatten 14,5 % der untersuchten Personen eine Hypomagnesiämie.5

14,5 %

der rund 16.000 untersuchten Personen wiesen in einer älteren deutschen Untersuchung bei einem Grenzwert von unter 0,76 mmol/l eine Hypomagnesiämie auf. Dieser Wert ist nicht mit der heutigen Häufigkeit eines klinischen Mangels in der Gesamtbevölkerung gleichzusetzen.5

Quelle: Schimatschek & Rempis, Magnes Res 2001

Die DGE weist aktuell darauf hin, dass ein Magnesiummangel bei stoffwechselgesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung relativ selten ist und es zudem keinen einzelnen geeigneten Biomarker zur zuverlässigen Erfassung des gesamten Magnesiumstatus gibt.1 Deshalb verzichten wir bewusst auf die vereinfachte Aussage, dass ein bestimmter Prozentsatz aller Menschen von Magnesiummangel betroffen sei.

Wie macht sich ein Magnesiummangel bemerkbar?

Ein Magnesiummangel hat kein einzelnes charakteristisches Symptom, anhand dessen er eindeutig erkannt werden kann. Magnesium ist an zahlreichen Körperfunktionen und Stoffwechselvorgängen beteiligt und steht gleichzeitig mit anderen Nährstoffen und Mineralstoffen wie Kalzium und Kalium in Wechselwirkung. Deshalb können auftretende Beschwerden nicht ausschließlich einem Magnesiummangel zugeordnet werden.1

Einordnung Mögliche Magnesiummangel-Symptome
Erste mögliche Anzeichen Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, allgemeine Schwäche
Fortgeschrittener Mangel Taubheitsgefühle, Kribbeln, Muskelzuckungen bzw. Muskelkontraktionen, Muskelkrämpfe
Starker Mangel neurologische Veränderungen, Verhaltensänderungen, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen

Quellen: 1,2,3

Bei einem ausgeprägten Magnesiummangel können zudem niedrige Kalzium- und Kaliumwerte auftreten.1,2 Wie Magnesium und Kalium grundsätzlich zusammenspielen, erklären wir ausführlicher im Beitrag Magnesium und Kalium – warum brauchen wir sie?.

Wichtig: Diese Symptome sind keine Checkliste zur Selbstdiagnose. Müdigkeit, Muskelzuckungen oder Krämpfe können viele verschiedene Ursachen haben.

Was sind die ersten Anzeichen eines Magnesiummangels?

Zu den möglichen frühen Anzeichen gehören laut DGE und NIH Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit sowie allgemeine Schwäche beziehungsweise Muskelschwäche.1,2 Gerade Müdigkeit, Erschöpfung und Muskelschwäche sind jedoch sehr unspezifisch. Die Schlussfolgerung „Ich bin häufig müde, also habe ich Magnesiummangel“ ist deshalb nicht gerechtfertigt.

Sind Muskelkrämpfe und Wadenkrämpfe typische Magnesiummangel-Symptome?

Muskelkrämpfe können bei einem fortgeschrittenen Magnesiummangel auftreten. DGE und NIH führen Muskelkontraktionen beziehungsweise Muskelkrämpfe als mögliche Symptome auf.1,2 Magnesium spielt grundsätzlich eine Rolle bei verschiedenen Prozessen rund um Nerven und Muskulatur; die DGE beschreibt den Mineralstoff unter anderem als an der Reizübertragung und Muskelkontraktion beteiligt.1

Daraus darf jedoch nicht der Umkehrschluss entstehen: Wadenkrämpfe bedeuten nicht automatisch, dass ein Magnesiummangel besteht. Auch aus einem Wadenkrampf lässt sich deshalb weder die Notwendigkeit einer Einnahme von Magnesium noch eine bestimmte Menge oder Form eines Magnesiumpräparats ableiten.

Können Muskelzuckungen, Kribbeln und Taubheitsgefühle auftreten?

Bei einem fortgeschrittenen Magnesiummangel können Kribbeln und Taubheitsgefühle auftreten.1,2 Auch die Nervenfunktion und neuromuskuläre Erregbarkeit können bei einer ausgeprägten Hypomagnesiämie betroffen sein. Medizinische Fachliteratur nennt unter anderem Tremor und Faszikulationen – also unwillkürliche Zuckungen einzelner Muskeln – als mögliche Erscheinungen.3 Diese Beschwerden sind ebenfalls nicht spezifisch für einen Magnesiummangel. Neu auftretende oder länger anhaltende neurologische Beschwerden sollten daher medizinisch abgeklärt werden.

Kann Magnesiummangel Müdigkeit und Erschöpfung verursachen?

Müdigkeit und allgemeine Schwäche zählen zu den möglichen ersten Anzeichen eines Magnesiummangels.1,2 Magnesium trägt nach den zugelassenen EU-Health-Claims unter anderem zu einem normalen Energiestoffwechsel sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.4

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Einnahme eines Magnesiumpräparats Müdigkeit oder Erschöpfung behandelt. Müdigkeit hat zahlreiche mögliche Ursachen und ist kein zuverlässiges Diagnosekriterium für Magnesiummangel.

Welche Folgen kann ein starker Magnesiummangel haben?

Bei einem ausgeprägten Mangel können stärkere neurologische und kardiovaskuläre Veränderungen auftreten. DGE und NIH nennen unter anderem stärkere Muskelkontraktionen und Krämpfe, Kribbeln und Taubheitsgefühle, Veränderungen des Verhaltens, Krampfanfälle sowie Herzrhythmusstörungen.1,2 Damit kann sich ein schwerer Mangel auch auf Vorgänge auswirken, die das Herz-Kreislauf-System betreffen.

Wichtig ist jedoch die Abgrenzung: Aus diesen möglichen Folgen eines schweren Mangels darf nicht geschlossen werden, dass eine zusätzliche Magnesiumzufuhr Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandelt oder verhindert. Auch Bluthochdruck, bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere Beschwerden der Herzfunktion sind für sich genommen kein Nachweis für einen Magnesiummangel. Gerade bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Beschwerden deshalb nicht eigenständig auf Magnesium zurückgeführt werden.

Welche Ursachen kann ein Magnesiummangel haben?

Ein Magnesiummangel entsteht nicht zwangsläufig dadurch, dass an einzelnen Tagen etwas weniger Magnesium über die Nahrung aufgenommen wird. Bei gesunden Menschen können die Nieren auf eine niedrige Zufuhr reagieren, indem sie weniger Magnesium ausscheiden. Ein symptomatischer Mangel allein durch eine kurzfristig niedrigere Aufnahme ist deshalb ungewöhnlich.2

1. Langfristig niedrige Magnesiumzufuhr. Eine langfristig beziehungsweise gewohnheitsmäßig niedrige Magnesiumzufuhr kann zu einer unzureichenden Versorgung beitragen, besonders wenn gleichzeitig weitere Faktoren hinzukommen.2 Welche magnesiumreichen Lebensmittel zu den wichtigsten Magnesiumlieferanten zählen, erklären wir ausführlich in Wo ist am meisten Magnesium drin?.

2. Erhöhter Flüssigkeits- und Magnesiumverlust. Ein erhöhter Flüssigkeitsverlust kann insbesondere dann mit einem Magnesiumverlust verbunden sein, wenn er durch länger anhaltenden Durchfall oder häufiges Erbrechen entsteht. DGE und NIH führen gastrointestinale Verluste ausdrücklich als mögliche Ursache auf.1,2 Das bedeutet nicht, dass jeder kurzfristige Flüssigkeitsverlust automatisch einen Mangel auslöst – entscheidend sind unter anderem Dauer, Ausmaß und weitere gesundheitliche Faktoren.

3. Störungen der Aufnahme im Darm. Eine beeinträchtigte Magnesiumaufnahme kann beispielsweise auftreten bei chronischem Durchfall, häufigem Erbrechen, Malabsorption, bestimmten chronischen Magen-Darm-Erkrankungen oder nach bestimmten Eingriffen am Dünndarm.1,2 Das NIH nennt unter anderem Morbus Crohn und Zöliakie als Beispiele.2

4. Erhöhte Verluste über die Nieren. Auch eine erhöhte Ausscheidung über die Nieren kann zu einem Magnesiumverlust beitragen. Die DGE nennt bestimmte Nierenerkrankungen als mögliche Ursache.1

5. Langfristig hoher Alkoholkonsum. Chronischer beziehungsweise langfristig hoher Alkoholkonsum kann ebenfalls mit einem Magnesiummangel in Verbindung stehen.1,2

6. Bestimmte Medikamente. Auch Medikamente können den Magnesiumhaushalt beeinflussen, je nach Wirkstoff beispielsweise bestimmte Diuretika. Auch eine längerfristige Einnahme von Protonenpumpenhemmern kann in seltenen Fällen mit einer Hypomagnesiämie in Verbindung stehen.1,3 Medikamente sollten deshalb niemals eigenständig abgesetzt werden. Informationen dazu, welche Präparate oder Mineralstoffe bei der Einnahme von Magnesium berücksichtigt werden sollten, findest du im Ratgeber Was darf nicht zusammen mit Magnesium eingenommen werden?.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Magnesiumversorgung?

Das NIH nennt mehrere Personengruppen beziehungsweise gesundheitliche Situationen, bei denen eine unzureichende Magnesiumversorgung häufiger auftreten kann. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen, Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2, Personen mit langfristig hohem Alkoholkonsum sowie ältere Menschen.2 Ein erhöhtes Risiko ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem bestehenden Magnesiummangel.

Auch Sportler werden häufig im Zusammenhang mit einem vermeintlich erhöhten Magnesiumbedarf genannt. Die DGE weist hier allerdings auf eine uneinheitliche Datenlage hin: ältere Untersuchungen zeigten teilweise eine erhöhte Magnesiumausscheidung, neuere Studien bestätigten dies nicht eindeutig.1 Deshalb sollte auch bei Sportlern nicht allein aufgrund körperlicher Aktivität automatisch ein Magnesiummangel oder eine notwendige Supplementierung angenommen werden.

Wie viel Magnesium braucht der Körper?

Für Erwachsene nennt die DGE aktuell Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr von 300 mg Magnesium pro Tag für Frauen und 350 mg pro Tag für Männer.6

300–350 mg / Tag

betragen die aktuellen DGE-Schätzwerte für eine angemessene Magnesiumzufuhr bei Erwachsenen (Frauen 300 mg, Männer 350 mg). Sie sagen nicht aus, wie viel bei einem bestehenden Mangel eingenommen werden sollte.6

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Diese Werte sagen jedoch nicht aus, wie viel Magnesium bei einem bestehenden Mangel eingenommen werden sollte. Der individuelle Bedarf und die Behandlung von Magnesiummangel sind davon zu unterscheiden. Die ausführlichen Referenzwerte für verschiedene Altersgruppen, Kinder, Jugendliche, Schwangerschaft und Stillzeit sowie die Frage nach der Dosierung gehören bewusst in unseren separaten Artikel: Wie viel Magnesium am Tag?.

Wie lässt sich ein Magnesiummangel feststellen?

Die Magnesiumkonzentration im Blut kann medizinisch bestimmt werden. Der gesamte Magnesiumstatus lässt sich mit einem einzelnen Serumwert jedoch nur eingeschränkt beurteilen – denn wie oben beschrieben liegt nur etwa 1 % des Magnesiums in der extrazellulären Flüssigkeit vor.1

rund 1 %

des gesamten Magnesiums befindet sich in der extrazellulären Flüssigkeit. Deshalb bildet ein einzelner Magnesiumspiegel im Serum nur einen kleinen Teil des gesamten Magnesiumhaushalts ab.1

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Die DGE weist ausdrücklich darauf hin, dass derzeit kein einzelner geeigneter Biomarker zur zuverlässigen Bestimmung des gesamten Magnesiumstatus zur Verfügung steht.1

Wann treten Symptome eines Magnesiummangels auf?

Nach Angaben der DGE treten klinische Mangelsymptome typischerweise erst bei sehr niedrigen Serumkonzentrationen von unter 0,5 mmol/l auf.1 Die pauschale Aussage, ein Wert unter 0,4 mmol/l sei grundsätzlich lebensbedrohlich, lässt sich aus der von uns verwendeten DGE-Quelle dagegen nicht ableiten und wird deshalb bewusst nicht verwendet.

Auch der Wert von 0,5 mmol/l ist nicht zur Selbstdiagnose gedacht. Laborwerte müssen gemeinsam mit Symptomen, Krankheiten, Medikamenteneinnahme und anderen medizinischen Befunden eingeordnet werden.

Sind Kopfschmerzen oder Schlafstörungen typische Symptome?

Kopfschmerzen und Schlafstörungen werden online häufig mit einem Magnesiummangel in Verbindung gebracht. DGE und NIH führen beide Beschwerden jedoch nicht unter den typischen ersten oder fortgeschrittenen Magnesiummangel-Symptomen auf.1,2 Das bedeutet nicht, dass es keine wissenschaftlichen Untersuchungen zu Magnesium und diesen Themen gibt. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Kopfschmerzen oder Schlafstörungen einen Magnesiummangel anzeigen.

Was tun bei Verdacht auf einen Magnesiummangel?

Wer mögliche Symptome bemerkt, sollte nicht automatisch von einem Mangel ausgehen oder eigenständig hoch dosierte Präparate verwenden. Zunächst sollten die Beschwerden, mögliche Erkrankungen, regelmäßig verwendete Medikamente, die Ernährung und mögliche Magnesiumverluste betrachtet werden. Bei länger anhaltenden, starken oder neu auftretenden Symptomen sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.

Wie sieht die Behandlung eines Magnesiummangels aus?

Die Behandlung von Magnesiummangel hängt von dessen Ursache, Ausprägung und der individuellen gesundheitlichen Situation ab. Bei einem nachgewiesenen starken Mangel kann eine medizinische Behandlung erforderlich sein. Welche Form von Magnesium, welche Menge und welcher Verabreichungsweg dabei infrage kommen, lässt sich nicht pauschal festlegen.

Die Aussage „hochdosierte Magnesiumpräparate sind bei starkem Mangel grundsätzlich vorteilhaft“ wäre deshalb zu pauschal. Eine hohe Dosierung ist nicht automatisch besser und sollte bei einem ausgeprägten Mangel nicht eigenständig vorgenommen werden.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Die Nahrung ist die normale Quelle für Magnesium. Zu den natürlichen Magnesiumlieferanten zählen insbesondere Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Samen.1 Eine ausführliche Tabelle zu magnesiumreichen Lebensmitteln – Kürbiskerne, Spinat, Haferkleie, Feigen, Bitterschokolade und Mineralwasser – würde hier einen anderen Suchintent bedienen. Genau diese Inhalte findest du deshalb in unserem Beitrag Wo ist am meisten Magnesium drin?.

Was gilt bei Magnesiummangel in der Schwangerschaft?

Auch während der Schwangerschaft können Müdigkeit, Schwäche oder Muskelkrämpfe auftreten. Sie lassen jedoch keinen sicheren Rückschluss auf einen Magnesiummangel zu. Nach aktuellem Stand der DGE gibt es außerdem keine ausreichenden Hinweise auf einen generell erhöhten Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft. Für Schwangere gilt derzeit derselbe Schätzwert von 300 mg pro Tag wie für nicht schwangere erwachsene Frauen.1,6

Die Aussage, Schwangere sollten 390 mg Magnesium täglich aufnehmen, entspricht damit nicht den aktuellen deutschen DGE-Referenzwerten. Fragen rund um Magnesium in dieser Lebensphase behandeln wir ausführlich im Beitrag: Warum kein Magnesium in der Schwangerschaft?.

Was ist bei Magnesiumpräparaten zu beachten?

Ob ein Magnesiumpräparat sinnvoll ist, lässt sich nicht allein anhand möglicher Mangelsymptome beurteilen. Auch die Einnahme von Magnesium, die richtige Menge und die geeignete Form hängen von verschiedenen Faktoren ab. Insbesondere bei Krankheiten, regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder einem ausgeprägten Mangel sollte dies fachlich beurteilt werden.

Außerdem dürfen unterschiedliche Begriffe nicht verwechselt werden. Magnesiumstearat beispielsweise ist nicht dasselbe wie ein Magnesiumpräparat zur Magnesiumzufuhr. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Magnesiumstearat: Schlechter Ruf ohne Grund?.

Fazit

Ein Magnesiummangel lässt sich nicht anhand eines einzelnen Symptoms erkennen. Zu den möglichen ersten Anzeichen zählen Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und allgemeine Schwäche. Bei einem fortgeschrittenen Mangel können Kribbeln, Taubheitsgefühle, Zuckungen und Muskelkrämpfe auftreten. Ein starker Magnesiummangel kann außerdem neurologische und kardiovaskuläre Folgen wie Krampfanfälle oder Herzrhythmusstörungen haben.1,2,3

Gleichzeitig sind diese Beschwerden unspezifisch. Wadenkrämpfe, Müdigkeit, Muskelschwäche oder Schlafstörungen bedeuten deshalb nicht automatisch, dass ein Magnesiummangel vorliegt. Auch die Beurteilung des Magnesiumstatus ist komplex: Der überwiegende Teil des Magnesiums befindet sich innerhalb der Zellen, weshalb ein einzelner Magnesiumspiegel im Blut den gesamten Magnesiumstatus nur eingeschränkt abbildet.1

Ein Magnesiummangel kann unterschiedliche Ursachen haben – von einer längerfristig niedrigen Zufuhr über einen erhöhten Magnesiumverlust und eine gestörte Aufnahme bis hin zu Krankheiten oder bestimmten Medikamenten. Wer einen Magnesiummangel vermutet, sollte die Ursache deshalb fachlich abklären lassen, statt allein anhand einzelner Symptome eine Selbstdiagnose zu stellen.

Häufig gestellte Fragen zum Magnesiummangel

Wie macht sich ein Magnesiummangel bemerkbar?

Mögliche erste Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und allgemeine Schwäche. Bei einem fortgeschrittenen Mangel können Kribbeln, Taubheitsgefühle, Muskelzuckungen und Muskelkrämpfe auftreten. Diese Symptome sind jedoch unspezifisch.

Was sind typische Magnesiummangel-Symptome?

Je nach Ausprägung können Müdigkeit und Schwäche, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Muskelzuckungen und Muskelkrämpfe auftreten. Bei einem schweren Mangel sind auch neurologische oder kardiovaskuläre Veränderungen möglich.

Sind Wadenkrämpfe ein Zeichen für Magnesiummangel?

Muskelkrämpfe können bei einem Magnesiummangel auftreten. Wadenkrämpfe allein sind jedoch kein Beweis für einen Mangel, da sie zahlreiche andere Ursachen haben können.

Kann Magnesiummangel Muskelzuckungen verursachen?

Bei einer Hypomagnesiämie können neuromuskuläre Veränderungen auftreten. Medizinische Fachliteratur nennt unter anderem Faszikulationen, also unwillkürliche Muskelzuckungen.

Kann Magnesiummangel Müdigkeit verursachen?

Müdigkeit gehört zu den möglichen frühen Anzeichen. Da Müdigkeit sehr unspezifisch ist, lässt sich daraus allein jedoch kein Magnesiummangel ableiten.

Kann Magnesiummangel das Herz-Kreislauf-System beeinflussen?

Bei einem ausgeprägten Magnesiummangel können kardiovaskuläre Symptome wie Herzrhythmusstörungen auftreten. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Magnesiumpräparate Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck behandeln oder verhindern.

Kann man einen Magnesiummangel im Blut erkennen?

Die Magnesiumkonzentration im Blut kann bestimmt werden. Da der überwiegende Teil des Magnesiums innerhalb der Zellen vorkommt, bildet ein einzelner Serumwert den gesamten Magnesiumstatus jedoch nur eingeschränkt ab. Die DGE sieht derzeit keinen einzelnen geeigneten Biomarker zur zuverlässigen Bestimmung des Magnesiumstatus.1

Was sind häufige Ursachen für einen Magnesiummangel?

Mögliche Ursachen sind eine langfristig niedrige Magnesiumzufuhr, eine beeinträchtigte Aufnahme im Darm, Durchfälle und Erbrechen, erhöhte Verluste über die Nieren, chronischer Alkoholkonsum sowie bestimmte Medikamente.

Wie wird ein Magnesiummangel behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausprägung des Mangels sowie der individuellen gesundheitlichen Situation. Ein schwerer Magnesiummangel sollte medizinisch behandelt werden. Eine pauschale Empfehlung für hochdosierte Magnesiumpräparate lässt sich daraus nicht ableiten.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium – Zentrale Quelle zu Körperverteilung, Magnesiumstatus, Häufigkeit, Ursachen und Symptomen eines Magnesiummangels sowie zur Schwangerschaft.
  2. National Institutes of Health (NIH), Office of Dietary Supplements: Magnesium – Health Professional Fact Sheet – Wissenschaftliche Übersicht zu Magnesiumfunktionen, Mangelsymptomen, langfristig niedriger Zufuhr, Risikogruppen und Magnesiumverlusten.
  3. StatPearls / NCBI Bookshelf: Hypomagnesemia – Medizinische Fachübersicht zu Hypomagnesiämie, Ursachen, Medikamenten sowie neuromuskulären und kardiovaskulären Manifestationen.
  4. Europäische Kommission: EU Register on Nutrition and Health Claims – Grundlage für die verwendeten zugelassenen Health Claims zu Muskelfunktion, Nervensystem, Energiestoffwechsel, Müdigkeit/Ermüdung und Zellteilung. Die Claims gelten unter den jeweils vorgeschriebenen Verwendungsbedingungen.
  5. Schimatschek H. F., Rempis R. (2001): Prevalence of hypomagnesemia in an unselected German population of 16,000 individuals. Magnes Res 14(4):283–290 (PMID 11794636) – In der untersuchten Population wurde bei einem Grenzwert von unter 0,76 mmol/l bei 14,5 % eine Hypomagnesiämie festgestellt. Die ältere Untersuchung wird hier bewusst nicht als aktuelle Prävalenzangabe für die gesamte deutsche Bevölkerung interpretiert.
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Magnesium – Referenzwerte – Aktuelle Schätzwerte für eine angemessene Magnesiumzufuhr: erwachsene Männer 350 mg/Tag, erwachsene Frauen 300 mg/Tag; für Schwangere ebenfalls 300 mg/Tag.

Verwandte Kategorien

Dein Gesundheitsfokus, unsere wissenschaftlich fundierte Antwort – ohne Kompromisse.