Wie viel Magnesium am Tag sinnvoll ist, hängt vor allem von Alter, Geschlecht und Lebensphase ab. Für erwachsene Frauen liegt der DGE-Schätzwert bei 300 mg täglich, für erwachsene Männer bei 350 mg pro Tag. Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, den der Körper nicht selbst herstellen kann und der deshalb regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden muss. Als Kofaktor ist es an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen beteiligt – unter anderem an Prozessen der Energiegewinnung sowie in Nerven- und Muskelzellen.

Les points clés en un coup d'œil
  • Erwachsene Frauen: 300 mg Magnesium pro Tag, erwachsene Männer: 350 mg pro Tag.
  • Für volljährige Schwangere und Stillende wird im zugrunde liegenden DGE-Stand ebenfalls ein Schätzwert von 300 mg pro Tag verwendet.
  • Die tägliche Magnesiumzufuhr über die Nahrung ist notwendig. Eine pauschale tägliche Einnahme eines Magnesiumpräparats ist für gesunde Menschen ohne nachgewiesenen Mangel nicht automatisch sinnvoll.
  • Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR maximal 250 mg Magnesium pro Tagesverzehrempfehlung vor – verteilt auf mindestens zwei Portionen.
  • Bei einer zusätzlichen Magnesiumzufuhr ab 300 mg pro Tag können Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Wie hoch ist der Magnesiumbedarf pro Tag?

Für Magnesium werden Schätzwerte für eine angemessene tägliche Zufuhr verwendet. Ein individueller Mindestbedarf lässt sich nur schwer exakt bestimmen – unter anderem, weil sich nur etwa ein Prozent des Gesamtkörpermagnesiums im Blutserum befindet, während der Großteil in Knochen, Muskulatur und anderen Zellen gebunden ist. Ein isolierter Serumwert bildet den Versorgungszustand deshalb nur eingeschränkt ab.2

Für Erwachsene gelten 300 mg pro Tag für Frauen und 350 mg pro Tag für Männer. Unterschiede zwischen Personengruppen hängen unter anderem mit Alter, Geschlecht, Körpermasse und Muskelvolumen zusammen.1,2

Personengruppe / Altersstufe Schätzwert für die tägliche Zufuhr
Kinder (4 bis unter 10 Jahre) 190–240 mg
Jugendliche (15 bis unter 19 Jahre) weiblich 260 mg / männlich 330 mg
Erwachsene Frauen (ab 19 Jahre) 300 mg
Erwachsene Männer (ab 19 Jahre) 350 mg
Schwangere (ab 19 Jahre) 300 mg
Stillende 300 mg

Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr. Quellen: 1,2

300–350 mg / Tag

betragen die DGE-Schätzwerte für eine angemessene Magnesiumzufuhr bei Erwachsenen – 300 mg für Frauen, 350 mg für Männer.1

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Die Frage, warum in der Schwangerschaft kein pauschal höherer Wert angesetzt wird, behandeln wir bewusst in einem eigenen Beitrag.

Warum braucht der Körper täglich Magnesium?

Der Körper kann Magnesium nicht selbst herstellen. Gleichzeitig gehen Mineralstoffe fortlaufend über Urin, Stuhl und Schweiß verloren. Eine regelmäßige Magnesiumzufuhr über die Nahrung ist deshalb notwendig.4

Magnesium ist als Kofaktor an weit über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Dazu zählen Stoffwechselvorgänge rund um Energie, DNA- und Proteinsynthese sowie Prozesse in Nerven- und Muskelzellen. Ein großer Teil des Magnesiums befindet sich außerdem im Knochengewebe.3

über 300

enzymatische Reaktionen im Körper laufen mit Magnesium als Kofaktor ab – das erklärt, warum eine regelmäßige Versorgung wichtig ist.3

Quelle: National Institutes of Health (NIH), Office of Dietary Supplements

Diese physiologische Rolle bedeutet jedoch nicht, dass eine höhere Magnesium-Einnahme automatisch mehr Wirkung oder ein besseres Wohlbefinden erzeugt. Entscheidend ist die bedarfsgerechte Versorgung, nicht möglichst viel Magnesium.

Muss man Magnesium jeden Tag einnehmen?

Bei der Frage, ob man täglich Magnesium einnehmen sollte, muss zwischen Magnesium aus Lebensmitteln und der Einnahme von Magnesium als Nahrungsergänzung unterschieden werden. Die tägliche Versorgung über die Nahrung ist notwendig. Eine tägliche Kapsel, Tablette oder ein anderes Magnesiumpräparat ist dagegen nicht für jeden Menschen erforderlich.4,5

Daten der Nationalen Verzehrsstudie II zeigen eine durchschnittliche Magnesiumzufuhr von 284 mg pro Tag bei Frauen und 345 mg pro Tag bei Männern. Bei ausgewogener Ernährung und intakter Organfunktion tritt ein rein alimentär bedingter Magnesiummangel demnach selten auf.2

Für gesunde Menschen ohne nachgewiesenen Magnesiummangel ist eine pauschale tägliche Supplementierung deshalb nicht automatisch mit einem zusätzlichen physiologischen Nutzen verbunden.5 Welche Ursachen ein Mangel haben kann und wie sich ein Magnesiummangel bemerkbar macht, behandeln wir in einem eigenen Ratgeber.

Wann kann sich der Magnesiumbedarf verändern?

Magnesiumbedarf und Magnesiumaufnahme können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder erhöhte Verluste können die Versorgung verändern. Genannt werden unter anderem Protonenpumpenhemmer, Diuretika und Stoffwechselentgleisungen bei Diabetes mellitus als mögliche Einflussfaktoren.2,3

Bei Hochleistungssportlern mit sehr hohen Trainingsumfängen können starke Schweißverluste die Magnesiumbilanz zeitweise beeinflussen. Für moderat aktive Menschen lässt sich daraus jedoch keine allgemeine Regel ableiten, zusätzlich Magnesium einzunehmen.7

Für volljährige Schwangere und Stillende wird im zugrunde liegenden DGE-Stand kein pauschal höherer Schätzwert angesetzt – beide Gruppen werden mit 300 mg pro Tag geführt.2 Mehr dazu im Beitrag Warum kein Magnesium in der Schwangerschaft?.

Welche Magnesium-Dosierung gilt für Nahrungsergänzungsmittel?

Eine allgemeingültige Magnesium-Dosierung für jede Person gibt es nicht. Wie viel Magnesium benötigt wird, hängt von der gesamten Magnesiumzufuhr über die Nahrung, individuellen Faktoren, möglichen Verlusten und dem Grund für die Einnahme ab.

Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Höchstmenge von 250 mg Magnesium pro Tagesverzehrempfehlung vor. Diese Menge sollte auf mindestens zwei Portionen über den Tag verteilt werden.6

250 mg

schlägt das BfR als Höchstmenge für Magnesium pro Tagesverzehrempfehlung in Nahrungsergänzungsmitteln vor – verteilt auf mindestens zwei Portionen. Das ist ein Höchstmengenvorschlag, keine Empfehlung für alle.6

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Die 250 mg sind keine pauschale Empfehlung, dass jeder Mensch genau diese Menge zusätzlich einnehmen sollte – sie sind ein Höchstmengenvorschlag für Nahrungsergänzungsmittel.

Im Handel gibt es Magnesium als Kapsel, Tablette, Pulver oder Trinklösung und in unterschiedlichen Magnesiumverbindungen. Welche Form und welcher Wirkstoff im Einzelfall passend sind, ist eine andere Frage als der reine Tagesbedarf. Magnesiumstearat ist wiederum nicht dasselbe wie ein Magnesiumpräparat zur Magnesiumzufuhr – mehr dazu im Beitrag Magnesiumstearat: Schlechter Ruf ohne Grund?.

Magnesium-Einnahme: Kann man zu viel einnehmen?

Ja. Zu viel Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln kann Nebenwirkungen verursachen. Größere Einzeldosen von Magnesiumsalzen können die Aufnahmekapazität im Dünndarm übersteigen. Nicht aufgenommenes Magnesium verbleibt im Darm und kann Magen-Darm-Beschwerden, Bauchkrämpfe und Durchfall auslösen.3,4

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass es bei einer zusätzlichen Magnesiumzufuhr ab 300 mg pro Tag zu Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden kommen kann.4 Das ist einer der Gründe, warum der BfR-Höchstmengenvorschlag für Nahrungsergänzungsmittel bereits bei 250 mg pro Tagesverzehrempfehlung liegt.6

Auch die gleichzeitige Einnahme anderer Nährstoffe oder Arzneimittel kann relevant sein. Welche Kombinationen problematisch sein können, behandeln wir im Ratgeber Was darf nicht zusammen mit Magnesium eingenommen werden?.

Welche Rolle spielt Magnesium bei Muskelkrämpfen und Sport?

Viele Menschen nehmen Magnesium ein, weil sie sich eine Wirkung gegen nächtliche Wadenkrämpfe oder muskuläre Verspannungen erhoffen. Die physiologische Rolle von Magnesium in Nerven- und Muskelzellen bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Magnesiumpräparat idiopathische Muskelkrämpfe behandelt.3

Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zeigt, dass Magnesium bei idiopathischen Muskelkrämpfen älterer Erwachsener wahrscheinlich keinen klinisch relevanten Nutzen hat. Auch für belastungsinduzierte Muskelkrämpfe bei Sporttreibenden gibt es keine gesicherte allgemeine Empfehlung zur Magnesiumsupplementierung.7,8

Die DGN-Leitlinie bewertet die Wirksamkeit von Magnesium bei idiopathischen Krämpfen ebenfalls als nicht hinreichend belegt. Bei akuten Krämpfen werden unter anderem Dehnen und die Aktivierung der Gegenspielermuskulatur genannt.9

Wie lässt sich die Magnesiumzufuhr über die Nahrung decken?

Für die tägliche Magnesiumzufuhr spielt die Nahrung die wichtigste Rolle. Gute Magnesiumlieferanten sind vor allem Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse, Nüsse und Saaten.3

Bei Getreide kann die Verarbeitung den Magnesiumgehalt reduzieren, wenn magnesiumreiche Randschichten entfernt werden. Vollkornprodukte sind deshalb in der Regel magnesiumreicher als stark ausgemahlene Getreideprodukte.3

Eine ausführliche Lebensmitteltabelle gehört nicht in diesen Tagesbedarfsartikel. Welche magnesiumreichen Lebensmittel besonders viel liefern und wo am meisten Magnesium drin ist, behandeln wir in einem eigenen Beitrag. Wer sich für das Zusammenspiel mit Kalium interessiert, findet weitere Informationen im Artikel Magnesium und Kalium – warum brauchen wir sie?.

Conclusion

Für gesunde Erwachsene liegen die DGE-Schätzwerte bei 300 mg Magnesium pro Tag für Frauen und 350 mg pro Tag für Männer. Die tägliche Versorgung lässt sich in der Regel über eine ausgewogene Ernährung erreichen.

Eine zusätzliche Magnesium-Einnahme über Kapseln, Tabletten oder andere Nahrungsergänzungsmittel ist nicht automatisch erforderlich. Wer Magnesium einnehmen möchte, sollte die gesamte Magnesiumzufuhr, persönliche Faktoren, mögliche Erkrankungen, Medikamente und die Verträglichkeit berücksichtigen. Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR maximal 250 mg pro Tagesverzehrempfehlung vor.

FAQ sur Wie viel Magnesium am Tag? Tagesbedarf, Einnahme und Dosierung
De combien de magnésium une femme a-t-elle besoin par jour ?

Pour les femmes adultes à partir de 19 ans, la Société allemande de nutrition (DGE) indique une valeur estimée de 300 mg de magnésium par jour.

De combien de magnésium un homme a-t-il besoin par jour ?

Pour les hommes adultes à partir de 19 ans, on indique 350 mg de magnésium par jour.

Faut-il prendre du magnésium tous les jours ?

Le magnésium doit être apporté régulièrement par l’alimentation. Une prise quotidienne de complément de magnésium n’est toutefois pas automatiquement nécessaire pour les personnes en bonne santé sans carence diagnostiquée.

Quelle quantité de magnésium un complément alimentaire peut-il contenir ?

L’Institut fédéral allemand d’évaluation des risques (BfR) propose une quantité maximale de 250 mg de magnésium par dose journalière recommandée. Cette quantité devrait être répartie en au moins deux prises.

Trop de magnésium peut-il provoquer des effets secondaires ?

Oui. Un apport supplémentaire de magnésium de 300 mg par jour ou plus peut provoquer des diarrhées et d’autres troubles digestifs.

Les femmes enceintes ont-elles besoin de plus de magnésium ?

Pour les femmes enceintes majeures, la Société allemande de nutrition (DGE) retient 300 mg par jour, soit aucune valeur globalement plus élevée que pour les femmes adultes.

Sources
  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Magnesium – Referenzwerte – Schätzwerte für eine angemessene Magnesiumzufuhr bei Erwachsenen: 350 mg/Tag für Männer, 300 mg/Tag für Frauen (19 bis über 65 Jahre).
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Magnesium – Schätzwerte für Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende, Hinweise zur eingeschränkten Aussagekraft des Serumwerts, durchschnittliche Zufuhr laut Nationaler Verzehrsstudie II sowie Einflussfaktoren auf den Magnesiumhaushalt.
  3. National Institutes of Health (NIH), Office of Dietary Supplements: Magnesium – Health Professional Fact Sheet – Magnesium als Kofaktor in über 300 Enzymsystemen, Rolle im Energie-, DNA- und Proteinstoffwechsel, magnesiumreiche Lebensmittel sowie Hinweise zur Aufnahme und zu Magen-Darm-Beschwerden bei hohen Dosen.
  4. Verbraucherzentrale: Magnesium – was ist zu beachten? – Die tägliche Zufuhr über die Nahrung ist notwendig; eine pauschale Supplementierung ist nicht für jeden nötig, und ab einer zusätzlichen Zufuhr von 300 mg pro Tag können Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
  5. Deutsche Apotheker-Zeitung (DAZ): Magnesium – häufig überdosiert und überflüssig (2026) – Ordnet ein, dass eine pauschale Magnesium-Supplementierung bei gesunden Menschen ohne nachgewiesenen Mangel häufig nicht erforderlich ist.
  6. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln – Vorschlag einer Höchstmenge von 250 mg Magnesium pro Tagesverzehrempfehlung für Nahrungsergänzungsmittel, verteilt auf mindestens zwei Portionen über den Tag.
  7. Verbraucherzentrale: Magnesium beim Sport – ist das sinnvoll? – Starke Schweißverluste bei sehr hohen Trainingsumfängen können die Magnesiumbilanz beeinflussen; für moderat aktive Menschen lässt sich daraus keine allgemeine Empfehlung zur zusätzlichen Einnahme ableiten.
  8. Cochrane: Magnesium for skeletal muscle cramps (CD009402) – Magnesium hat bei idiopathischen Muskelkrämpfen älterer Erwachsener wahrscheinlich keinen klinisch relevanten Nutzen; für belastungsinduzierte Krämpfe ist die Evidenz unzureichend.
  9. AWMF/DGN: S1-Leitlinie Crampi/Muskelkrämpfe (Reg.-Nr. 030-037) – Die Wirksamkeit von Magnesium bei idiopathischen Muskelkrämpfen ist nicht hinreichend belegt; bei akuten Krämpfen werden unter anderem Dehnen und die Aktivierung der Gegenspielermuskulatur empfohlen.
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